Armin Schmidt

March 21, 2007

All Over For The Unknown BA Student

Filed under: university — Armin @ 4:27 pm

I turned in my BA thesis, yesterday. And although I got nowhere near enough to what had originally been planned, I am quite content with it after all (clearly, this doesn’t have to apply for my professor, too). But in any case – I had some fun. The most effective time was between 1 and 5 am right before the day of the deadline. :-)

I guess this is it, then – no longer being a bachelor student. Now I’m not sure which record to spin but it will probably be something rather light and easy, along the lines of Koop Island.

Btw, since I’m sure all of you would like to get a copy of the thesis and read it in bed at night or occasionally on a warm and pleasant Sunday, let me anticipate, much to your despair, that I will not put the paper online before I know what the prof thinks about it and which grade I get for it. Be assured, though, that I will blog heavily in the meantime, so time will fly like a farrow.

Sincerely,
Armin Schmidt, BA

February 15, 2007

Anlaufschwierigkeiten x 2

Filed under: german, university — Armin @ 5:57 pm

Nachdem die letzen paar Wochen mit gleich mehreren säähr guten Neuigkeiten aufwarteten, hat sich bei mir mittlerweile wieder eine kühle Nüchternheit eingestellt. Da ist zum einen die Bachelor-Arbeit, deren Thema “Statistical Machine Translation between New Language Pairs via Multiple Intermediaries” sein wird. Es geht grob gesagt darum, ein SMT-System zu implementieren, das vom Russischen ins Deutsche übersetzt und dies aufgrund der Knappheit von russisch-deutschen Parallelkorpora über zwei (später drei) intermediäre Sprachen tut. Letztere sind in meinem Fall Englisch und Spanisch. Die Prüfungsordnung sieht genau sechs Wochen für die komplette Arbeit vor und obwohl ich gerade erst begonne habe, liege ich schon wieder glatt hinter dem Zeitplan. Letzteren habe ich zack-zack durchstrukturiert:

  1. Notwendige Software installieren. Moses-Doku lesen: ~4 Tage
  2. Korpora aufbereiten & Phrasentabellen trainieren: 6-8 Tage
  3. Moses-Decoder an neue Funktionalität anpassen: ~10 Tage
  4. Evaluierung: ~1 Tag
  5. Schreiben der Arbeit: 10 Tage

Im Moment halte ich mich, das klang eventuell schon aus meinem letzten Eintrag raus, irgendwie immer noch an Punkt 1 auf, genauer gesagt am ersten Teil von Punkt 1. Während ich auf Antworten auf meine Support-Requests wartete, hatte mich sogar schonmal kurz daran versucht, mich in den Source-Code von Moses reinzulesen, musste aber schnell feststellen, dass ich eigentlich nicht so richtig weiß, wo anfangen. Ich muss halt eine bestimmte Stelle im Decoder ändern, zunächst muss ich diese Stelle aber erstmal finden! Klar, die Dokumentation könnte auch an vielen Stellen etwas ausführlicher sein, aber bei einem so großen Projekt stellt sich mir generell die Frage: Wie geht man an sowas eigentlich ran? (Bitte keine Scheu bei guten Ratschlägen!)

Die nächste Überaschung war, dass sich die Arbeit an Punkt 2 meines Plans auch verzögert, weil ich keinen Zugriff auf die mein Konto am DFKI mehr zu haben scheine. Dort liegen nämlich die UN-Parallelkorpora, die ich nutzen will. Zu dumm!

Zum Ausgleich durfte ich heute das germanistische Seminar in der schönen Heidelberger Altstadt besuchen, denn ich werde im nächsten Semester Germanistik studieren. Oder? Naja, es ist nämlich so: Um das Praktikum am XRCE durchführen zu dürfen, muss man Student, d.h. immatrikuliert, sein. Da ich noch in diesem Semester meinen Bachelor-Abschluss bekomme und mit dem Master erst im Oktober beginne, sei ich also in den dazwischen liegenden sechs Monaten kein Student, behauptet man. Der internationalen Bürokratie zuliebe renne ich nun von hier nach da, um Formulare unterschreiben zu lassen, die niemals in die Hände eines Menschen geraten werden, der tatsächlich weiß, wozu sie da und ob sie überhaupt nötig sind. Ich begreife erst jetzt, warum Bürokratie so behäbig ist (und ihren schlechten Ruf verdient) – weil aus Unwissenheit und falschem Respekt sich niemand traut, mal in die Hände zu spucken und zu tun, was, Verordnung hin Bestimmung her, einfach nur Sinn macht.

February 6, 2007

Stille

Filed under: german, university — Armin @ 11:20 pm

Stille. Zwei Wochen lang klickte ich mich durch verständliche und unverständliche PDF-Dateien, beschrieb wohl an die sechzig Seiten mit Fragen und Antworten, Sichworten, Formeln, Diagrammen und Matrizen, Strukturbäumen und Aufbauschemata. Ich zermarterte mir das Hirn über unklare Herleitungen, hatte über Tage hinweg Kopfschmerzen und Magenbeschwerden. Für eine halbe Stunde entspannten Gesprächs mit zwei freundlichen Damen.

Heute morgen schlief ich lang und frühstückte spät und reichlich. Ich duschte in Ruhe und rasierte mich ausführlich. Dann bereitete ich einen Aufguss eines der intensivsten hierzulande erhältlichen Grüntees, einem Geschenk von K., setzte mich auf’s Sofa und aß ein Stück hochprozentiger Schokolade. Die pointierten Noten des Angel Song schufen eine Atmosphäre entspannter Konzentration. Ich überflog meine Notizen ein letztes Mal und trank aus.

Die Prüfung verlief ohne Zwischenfälle, das Ergebnis war sehr gut.

Was bedeutete diese halbe Stunde? Das Resumée von dreieinhalb Jahren Studiums. Kein Abfragen fachlichen Wissens, sondern Examination persönlicher Fähigkeiten. Nach ihr ein Plateau, dessen Existenz man immer sicher, das aber immer zu weit weg war, als dass man es hätte tatsächlich begreifen können. Ich sehe diese Zahl vor mir, meine Note, und weiß, sie hätte besser kaum sein können. Sie sagt mir nichts.

January 10, 2007

Deutschlands Nummer Eins!

Filed under: german, university — Armin @ 2:37 pm

Die 2006er Ausgabe des Times Higher Education Supplement stellt der Universität Heidelberg den Rang 58 unter den 200 Spitzenuniversitäten weltweit aus. 44,3% der Punkte erhält sie, 100% schafft allein Harvard. Könnte besser sein, denkt man sich, aber immerhin. Doch siehe da: Von den deutschen Unis liegt Heidelberg vorn. Wir sind Deutschlands Nummer 1! Und dabei keine Exzellenzuniversität.

Aber wie dem auch sei – was die Computerlinguistik im deutschlandweiten Vergleich angeht, so gelten sowieso andere Maßstäbe. Fragt man unter NLP-Profis nach, so liegt Heidelberg komischerweise immer irgendwie ganz weit hinten. Vorn steht normalerweise Saarbrücken. Stuttgart, Tübingen, Potsdam, Bremen verteilen sich irgendwie auf den darauf folgenden Plätzen. Verwunderlich ist das nicht wirklich, denn an der CL Heidelberg findet schon seit einer Weile keine Forschung mehr statt und personelle sowie strukturelle Schwierigkeiten lassen momentan keine Entwicklung zu. Änderung ist vorerst nicht in Sicht. Dabei ist die Lehre, obwohl natürlich auch sie unter den genannten Missständen leidet, dort gar nicht schlecht – das Kursangebot fördert starke theoretische Grundausbildung, ist reichhaltig genung, ausgewogen und steht Seminaren anderer deutscher Unis in Nichts nach, im Gegenteil. Ein tatsächliches Manko und Resultat fehlender Forschungsgelder (und fehlender Forschung) aus studentischer Sicht ist der Mangel an HiWi-Jobs und Praktikumsmöglichkeiten. Studenten auf Draht finden aber immer etwas, allein die Nähe zu Einrichtungen wie dem EML oder Firmen wie SAP bieten genügend Möglichkeiten und auch ein wenig Reiselustigkeit schadet dem modernen Studenten nicht.

Das Verhältnis der Kompetenz von Studenten zum Ruf ihrer jeweiligen Unis folgt einer einfachen, zirkulären Logik: wenn die Uni einen guten Ruf hat, werden sich mehr Studenten dort bewerben und desto strenger sind die Auswahlkriterien zur dortigen Zulassung. Wer also gute Noten aus der Schule mitbringt, hat die besseren Chancen, an einer guten Uni angenommen zu werden und über ein paar Umwege steigt damit wiederum der Ruf der Uni. Trivial? Klar, aber es werden auch einige Dinge ausblendet: Zum einen sind Schulnoten noch nie eine Garantie für Intelligenz oder Talent gewesen. Vor allem aber ignoriert dieser Gedankenkreis die Tatsache, dass auch weniger berühmte Unis hohe Ansprüche an ihre Lehre haben können und helle Köpfe nicht unbedingt von Elite-Unis kommen müssen, die viel teure Forschung betreiben. Es gibt schließlich auch für talentierte Studenten durchaus Gründe, nicht an einer Elite-Uni zu studieren, aus örtlicher Abhängigkeit von Job oder Familie, zum Beispiel.

Arbeitgeber sollten Hochschulrankings einfach ignorieren. Sie sagen nichts über die Qualifikation eines Bewerbers aus. Ein guter Student ist unabhängig von seinem Institut und der Großteil der fachlichen Bildung wird außerhalb der Uni erlangt. Gerade im globalen Zeitalter mit technischen Möglichkeiten, welche die Kommunikationswege zwischen Unis, Ländern und ganzen Kontinenten verschwinden lassen, ist es leicht möglich und wichtig, interessiert zu sein, Kontakt zu Fachkollegen über Weblogs aufzunehmen, sich über Mailinglisten auf dem Laufenden zu halten oder auch aktiv an Debatten teilzunehmen. Zumindest was die Selektion qualifizierter Studenten angeht, verfehlen Hochschulrankings den Geist der Zeit. Und ob ihre Aussagekraft, gerade in Anbetracht ihres allgemeinen, fächerübergreifenden Charakters, jemals einen hohen Wert hatte, bleibt zu bestreiten.

Blog at WordPress.com.